Das Horn

 

Das Horn zählt wohl zu den ältesten Instrumenten der Menschheit. Als dessen Urform haben Hörner verschiedener Tiere, Muschel- und Schneckenhäuser, wie auch Röhrenknochen und Holz gedient. Völker des Altertums entwickelten bereits die Kunst, Hörner aus dünnwandigen Metallrohren herzustellen.

Das Hifthorn war ein Signalhorn, das aus Rinderhorn hergestellt wurde und dem ein Mundstück aus Metall aufgesetzt wurde.

Seit ungefähr 1500 ist das Alphorn in der Schweiz nachgewiesen.

Instrumente mit dem wesentlichen Merkmal des heutigen Horns, der kreisrund gebogenen Röhre, wurden schon in der Spätantike gebaut.

Gegen Ende des 17.Jahrhunderts hielt das Horn Einzug in die Kunstmusik.

Später beschäftigte König Ludwig XIV. mehrere Parforcehornbläser für seine Hofmusik.

In dieser Zeit wurden verschiedene Hörner, darunter auch das Parforcehorn zur berittenen Jagd, entwickelt.

Das Corno da caccia war eigentlich nach Bauart und Klang eine rund gebaute Trompete, die mit einem Kesselmundstück gespielt wurde. Dieses „Jagdhorn“ wurde vom böhmischen Grafen Franz Anton von Sporck 1681 eingeführt. Daraufhin wurde das Hornblasen in Böhmen besonders gepflegt und die ersten großen Hornisten wie Anton Joseph Hampel, Johann Wenzel Stich, der sich später Giovanni Punto nannte und recht berühmt wurde, stammten aus Böhmen.

Das Kesselmundstück wandelte sich zum Trichtermundstück und der Schalltrichter bekam einen größeren Durchmesser, was den Klang weicher und romantischer machte.

 

Wir vom Parforcejagdhornbläsercorps „Nordwald“ spielten seit der Gründung im Jahre 1972 Parforcehörner in „ES“ mit einem Drehventil für „B“ Stimmung. Seit wenigen Jahren benützen wir Hörner mit „Kurpfälzer“ Ventil. Das Ventil ermöglicht das rasche Umschalten in die Stimmung „B“, was bei manchen Tönen – sofern man diese nicht „stopft“  – erforderlich ist. Unter „Stopfen“ versteht man die Technik zur Tonhöhenveränderung der Naturtöne, bei der mit der Hand der Schalltrichter verschieden weit verschlossen wird.

 

Wir möchten unsere Hörner noch viele Jahre im Sinne des jagdlichen Brauchtums erklingen lassen.